Global Perspectives | Bericht | 15. September 2018, 11:00

Aurora Dialogues, erfolgreicher Auftakt in Jerevan

Fortsetzung folgt in Berlin

Unter dem Motto Inspire, Empower, Impact wurde bei den Aurora Dialogues in Jerevan am 9. Juni 2018 darüber diskutiert, wie Inspiration und Empowerment dazu beitragen können, einen dauerhaften Einfluss auf die Förderung von humanitärem Handeln und Initiativen zu erzielen. Wir haben die Höhepunkte der Konferenz zusammengetragen.

Hintergrund: AHI ruft Preis zur Förderung der Menschlichkeit ins Leben und veranstaltet Dialogues um Aktivisten und Entscheider zusammenzubringen
Menschen zu unterstützen, die ihr Leben der humanitären Hilfe verschrieben haben und Anderen in größter Not helfen – das ist das ausgewiesene Ziel der Aurora Humanitarian Initiative (AHI). 2016 wurde deswegen ein mit 1,1 Millionen Dollar dotierter Preis ins Leben gerufen – der Aurora-Preis zur Förderung der Menschlichkeit. Ganz in diesem Sinne wurde die Veranstaltungsreihe Aurora Dialogues initiiert, in deren Rahmen der Preis verliehen wird. Gemeinsam mit namhaften WissenschaftlerInnen, PolitikerInnen, AktivistInnen und PhilanthropInnen werden dort die dringendsten humanitären Probleme diskutiert und nach greifbaren Lösungen gesucht um nachhaltige Veränderungen herbeizuführen.

Der Konferenztag: Informieren – Inspirieren – Verändern
Der Auftakt der Veranstaltung wurde von der preisgekrönten BBC-Journalistin Jane Corbin eingeleitet. Mit hochrangigen Persönlichkeiten aus der Zivilgesellschaft ging es zunächst darum, sich ein Bild über die aktuelle humanitäre Lage zu machen. Ruben Vardanyan, Mitbegründer der AHI betonte hier, wie viele Menschen es weltweite gäbe, die humanitäre Hilfe leisteten ohne dafür international angemessen gewürdigt zu werden.

Im zweiten Teil sollten genau diese Menschen stärker in den Fokus gestellt werden. Mitglieder der Auswahlkommission des Aurora-Preises interviewten hier diejenigen, die vor Ort Menschen in größter Not helfen. So konnten die Teilnehmer der Aurora Dialogues einem Gespräch lauschen zwischen dem Franziskanermönch und La 72-Gründer Héctor Tomás González Castillo und Mary Robinson, ehemalige Staatschefin Irlands. Castillo hatte 2011 mit La 72 einen Ort für Flüchtlinge geschaffen, in denen sie Unterkunft, Essen, Schutz vor Gewalt, und rechtlichen Beistand erhalten. Ebenfalls Finalist für den Aurora-Preis, unterstrich Castillo in dem Gespräch, wie schutzlos einige Flüchtlingsgruppen seien: Insbesondere Frauen, Kinder und Mitglieder der LGBT-Gemeinschaft seien nicht nur von Behörden und Institutionen bedroht, sondern auch von eigenen Familienmitgliedern.

Abgerundet wurde der Konferenztag mit der Frage: Wie können Unternehmen, Organisationen, Regierungen und Unternehmen vor Ort zusammenarbeiten um nachhaltige Lösungen der humanitären Probleme zu bringen. Der ehemalige Staatsminister und heutiger Stiftungsgeschäftsführer Philipp Rösler betonte, wie schwierig es sei Gelder zu für Projekte bekommen, die außerhalb des Blickwinkels des Geldgebers lägen. Mike van Kauvenberg, Direktor der Fondation du Grand-Duc et de la Grande-Duchesse, verlieh den NGOs als Schnittstelle zwischen Aktivisten vor Ort und den Regierungen eine große Bedeutung.

Öffentliches Zusatzprogramm der Dialogues
Neben der eintägigen Konferenz boten die Aurora Dialogues auch ein spannendes Randprogramm. Vom 6. bis zum 11. Juni sollten in verschiedenen Vorträgen insbesondere die Menschen vor Ort angesprochen werden. So gab es auch ein öffentliches Gespräch zwischen der ehemaligen US UN-Botschafterin Samantha Power und dem Gründungsdirektor des ENOUGH Projekts John Prendergast unter dem Titel: Making Change When Change Is Hard, bei dem wieder deutlich wurde, wie man von den humanitären Problemen überwältigt werden kann. Doch davon dürfe man sich nicht einschüchtern lassen, so Power.

Höhepunkt der Dialogues: Verleihung des Aurora-Preises an Rohingya-Aktivisten Kwan Hla Aung
Der diesjährige Preisträger des Aurora Preises ist der Rechtsanwalt Kwan Hla Aung, der sich seit vielen Jahren für die grundlegenden Menschenrechte der staatenlosen Rohingya in Myanmar einsetzt. Er forderte internationale Solidarität mit dem Schicksal der Rohingya und humanitäre Hilfe. Sein unermüdlicher Einsatz blieb für Aung nicht ohne persönliche Folgen: 12 Jahre seines Lebens verbrachte er aufgrund seiner politischen Aktivität im Gefängnis. Für dieses persönliche Opfer wurde er dieses Jahr von dem Auswahlkomitee gewürdigt. Neben der finanziellen Förderung von 100.000 US-Dollar für Aung persönlich hat der Preisträger die Möglichkeit eine Million US-Dollar an Organisationen seiner Wahl zu verteilen. Durch die von ihm gewählten Institutionen werden die Rohingya-Flüchtlinge ganz direkt unterstützt.

Fortsetzung in Berlin am 11. und 12. Dezember 2018
In Deutschland werden in diesem Jahr zum zweiten Mal die Aurora Dialogues Berlin ausgetragen. Unter dem Motto Humanity In A Fragile World – Partnering for Change werden im Dezember in der Berliner Repräsentanz der Robert-Bosch-Stiftung wieder Fragen zur Förderung der Menschlichkeit diskutiert. Der Chairman der Münchner Sicherheitskonferenz und ehemaliger Botschafter in den USA Wolfgang Ischinger, der Aurora-Preisträger von 2017 Tom Catena und viele andere werden dann darüber diskutieren, wie die Zusammenarbeit von Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft die Förderung der Menschlichkeit vorantreiben kann.

Beide Konferenzen wurden durch die Unterstützung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland ermöglicht.

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