Global Perspectives | Bericht | 26. August 2021

Dr Ngozi Okonjo-Iweala: „We help make sure that intra-African trade becomes a factor that helps the African economy recover.“

GP Interview über die Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung und die Vorbereitung auf künftige Pandemien

Dr. Ngozi Okonjo-Iweala trat ihr Amt am 1. März 2021 an und ist damit die erste Frau sowie die erste afrikanische Person im Amt der Generaldirektorin der Welthandelsorganisation (WTO). Dr. Okonjo-Iweala ist eine globale Finanzexpertin, Wirtschaftswissenschaftlerin und internationale Entwicklungsexpertin mit über 30 Jahren Erfahrung in Asien, Afrika, Europa, Lateinamerika und Nordamerika.

Am 9. Juni 2021 eröffnete Dr. Ngozi Okonjo-Iweala die hochrangige Veranstaltung The Africa Roundtable by GPI durch ein Gespräch mit Botschafter Wolfgang Ischinger, dem Vorsitzenden der Münchner Sicherheitskonferenz, über die Frage, wie die wirtschaftliche Erholung und die Vorbereitung auf künftige Pandemien unterstützt werden können.

COVID-19 hat die öffentliche Gesundheit und die Wirtschaft in Afrika schwer getroffen. Aufgrund der Delta-Variante erleben die Länder einen starken Anstieg der COVID-19-Fälle. Darüber hinaus ist die Ungleichheit beim Zugang zu Impfstoffen immer noch enorm.

Die Pandemie verursachte eine Wirtschaftskrise, die Dr. Ngozi Okonjo-Iweala als „einen Rückschlag von etwa 25 Jahren in Bezug auf den Fortschritt, den wir in der Wirtschaft gesehen haben“ beschreibt. Hinsichtlich der Erholung hebt Dr. Okonjo-Iweala drei Hauptfaktoren hervor.

1. Handel
Die WTO und der Handel im Allgemeinen könnten eine entscheidende Rolle bei der wirtschaftlichen Erholung des afrikanischen Kontinents spielen. Der Handel kann als Instrument für den Transport der notwendigen Güter wie Impfstoffe und Ausrüstung dienen und den Zugang zu medizinischer Versorgung und Gesundheitsfürsorge ermöglichen.

2. Pharmazeutische Industrie
Dr. Okonjo-Iweala erörterte die Frage der Impfstoffherstellung und erklärte, dass die WTO „versucht, mit den Herstellern zu sprechen, um die Herstellung von Impfstoffen auf dem Kontinent zu unterstützen“. Teil dieser Gespräche ist auch der „Verzicht auf Patente, damit die Länder Zugang zur Herstellung von Impfstoffen erhalten“. Im Zusammenhang mit der Neugestaltung des verarbeitenden Gewerbes auf dem Kontinent verweist Dr. Okonjo-Iweala auf die Notwendigkeit, Branchen anzukurbeln, die auf dem Kontinent noch nicht vertreten sind, wie z. B. die Pharmaindustrie, sowie auf die Bedeutung von Handelserleichterungen.

3. Gleichberechtigung
Die WTO unterstützt Inklusion, insbesondere durch die neue digitale Wirtschaft, indem sie mit Mittel- und Kleinunternehmen sowie Frauen zusammenarbeitet, um sie dazu zu bringen, die Standards ihrer Produkte zu verbessern, „damit sie in die regionalen Lieferketten einsteigen können“.

Abschließend unterstreicht Dr. Ngozi die Notwendigkeit, dafür zu sorgen, dass „der innerafrikanische Handel sowie der Handel mit dem Ausland zu einem Faktor wird, der zur wirtschaftlichen Erholung Afrikas beiträgt“.

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