Global Perspectives | Circle | 20. Februar 2020

Governance in Afrika

Vorurteile, Herausforderungen und Lösungen

Ein Gespräch mit Oby Ezekwesili




Afrika braucht Arbeitsplätze für die Jugend. Die Ergebnisse unserer Elitebefragung „Investitionen der deutschen Wirtschaft in Afrika“ der Global Perspectives Initiative und des Instituts für Demoskopie Allensbach zeigen, dass die Haupthindernisse für deutsche Investor*innen in Governance-Problemen wie Korruption, politischer Instabilität und Rechtsunsicherheit liegen.

„Schlechte Regierungsführung ist eindeutig als ein Hindernis für Wachstum und Entwicklung bekannt“, erklärte Obiageli Ezekwesili in einem Interview mit der Deutschen Welle. „Wenn man eine Situation beheben will, in der grundlegende Normen und Werte einer Gesellschaft verzerrt sind, muss man kämpfen“. Auf die Frage nach den Fortschritten der afrikanischen Länder bei der Bekämpfung der Korruption meint Oby Ezekwesili, dass in vielen afrikanischen Ländern „die Nachfrage nach guter Regierungsführung und Transparenz von einer aktiven Bürgerschaft angetrieben wird“. Während die öffentliche Diskussion und die Kontrolle der Regierung durch die IKT-Revolution zugenommen haben, müsse noch viel getan werden, um Institutionen und Systeme aufzubauen, die das Auftreten von Korruption verhindern, erklärt sie.

 

Obiageli „Oby“ Ezekwesili, die bei den Wahlen 2019 für das Amt des Präsidenten/der Präsidentin von Nigeria kandidierte, ist Wirtschaftspolitikexpertin und leitende Wirtschaftsberaterin bei der Africa Economic Development Policy Initiative (AEDPI) und Mitbegründerin der #BringBackOurGirls-Bewegung sowie der #RedCardMovement in Nigeria. Ezekwesili war Vizepräsidentin der Afrika-Abteilung der Weltbank und ist ehemalige nigerianische Bildungsministerin, Ministerin für Rohstoffe, Leiterin der Abteilung für Haushaltsüberwachung und Preisaufklärung sowie ehemalige Vorsitzende der nigerianischen Initiative für Transparenz in der Rohstoffindustrie (NEITI). Sie ist auch Gründungsdirektorin von Transparency International. Im Jahr 2015 wurde sie vom Time Magazine als eine der 100 einflussreichsten Personen der Zeit und von der New York Times als eine der 25 „Women of Impact“ anerkannt. Im Jahr 2018 wurde sie für den Friedensnobelpreis nominiert. Sie ist Richard von Weizsäcker-Stipendiatin der Robert Bosch Akademie und hat einen MA in Internationalem Recht und Diplomatie sowie einen MA in Öffentlicher Politik und Verwaltung der Kennedy School of Government, Harvard University.

Beim GP Circle Dinner werden wir mit dieser herausragenden Frau darüber diskutieren, was gute Regierungsführung in und für Afrika bedeutet, welche Hindernisse es gibt und was es für einen echten und nachhaltigen Wandel braucht.

Sprecher*innen:

  • Dr. Oby Ezekwesili, Richard von Weizsäcker Fellow Robert Bosch Academy

Moderator*innen:

  • Dr. Ingrid Hamm, Mitgründerin und Geschäftsführerin Global Perspectives Initiative

Weitere Veranstaltungen zu diesem Thema:

Veranstaltungsort:
Pauly Saal
Pauly Saal
Auguststraße 11 - 13
10117 Berlin

Ansprechperson:
Judith Ramadan, Project Management
j.ramadan@globalperspectives.org


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