Publikation
The Africa Roundtable N°10
Handlungsempfehlungen

The Africa Roundtable in Berlin 2026
Building Shared Health Security: An Investment Agenda for Africa and Europe
Publikation: The Africa Roundtable N°10
18. Juni 2026
Berlin
Viele Gesundheitssysteme auf dem afrikanischen Kontinent sind unterfinanziert und unzureichend ausgestattet. Gleichzeitig fahren wichtige internationale Partner, darunter die Vereinigten Staaten, ihre Unterstützung im globalen Gesundheitsbereich zurück und verschärfen den bestehenden Druck.
Globale Gesundheitssicherheit kann nur gemeinsam erreicht werden. Starke Gesundheitssysteme erhöhen die Widerstandsfähigkeit von Gesellschaften, Volkswirtschaften und Lieferketten in Afrika und Europa. Für Europa bietet sich die Chance, seine Stärken, langfristige Partnerschaften, hohe Qualitätsstandards und Erfahrung in der Zusammenarbeit, mit größeren Investitionen, schnellerem Handeln und stärkerem wirtschaftlichem Engagement zu verbinden.
Die zehnte Ausgabe des The Africa Roundtable brachte Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft aus Afrika und Europa zusammen. Gemeinsam diskutierten wir, wie beide Kontinente ihre Zusammenarbeit in der Gesundheitssicherheit vertiefen können. Im Mittelpunkt standen drei Bereiche, in denen eine engere Zusammenarbeit besonders viel bewirken kann: Produktion und Lieferketten, Forschung und Gesundheitsdaten sowie sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte.
Handlungsempfehlungen
Gemeinsame Investitionen
Wenn gemeinsam in Fonds investiert wird und Risiken sowie Gewinne geteilt werden, eröffnet sich für beide Seiten eine neue Chance: Für Europa wird die Gesundheit in Afrika so zu einer strategischen Möglichkeit statt zu einem Kostenfaktor. Afrika gewinnt dadurch mehr Unabhängigkeit und kann seine Interessen auf internationaler Ebene stärker vertreten.
Neue Märkte aufbauen
Investitionen in den afrikanischen Gesundheitssektor bieten große wirtschaftliche und gesellschaftliche Chancen. Damit sie langfristig erfolgreich sind, braucht es stabile und verlässliche Märkte. Dafür müssen Länder enger zusammenarbeiten, Regeln besser aufeinander abstimmen und sicherstellen, dass diese Regeln auch umgesetzt werden.
Eigene Produktion und regionale Zentren stärken
Afrika ist bei der Herstellung von Arzneimitteln noch stark von Importen abhängig, etwa bei Wirkstoffen, Geräten, Fachkräften und Zulassungen. Ziel muss sein, nicht nur Produkte fertigzustellen, sondern eine vollständige eigene Produktionskette aufzubauen. Dafür braucht es langfristige Abnahmegarantien, gemeinsame Beschaffung und ein abgestimmtes Zulassungssystem.
Forschung, Biotechnologie und Unabhängigkeit
Eine unabhängige Gesundheitsversorgung beginnt mit eigener Forschung und Entwicklung, nicht erst mit der Herstellung fertiger Produkte. Afrikanische Biotech-Unternehmen entwickeln bereits eigene Lösungen und nutzen Forschungsergebnisse und Daten zu ihren eigenen Bedingungen. Europa sollte frühzeitig investieren und gemeinsam mit afrikanischen Partnern neue Entwicklungen voranbringen.
Gesundheitsgerechtigkeit und Frauengesundheit
Gesundheitsgerechtigkeit ist ein wichtiger Teil der weltweiten Sicherheit und kein freiwilliger Zusatz. Frauen stellen rund 70 % der Beschäftigten im afrikanischen Gesundheitswesen, doch nur ein kleiner Teil der Gesundheitsforschung befasst sich mit ihren besonderen Bedürfnissen. Deshalb müssen afrikanische Forschende, Behörden und Gemeinschaften gleichberechtigt an Entscheidungen beteiligt sein.
Gesundheitsdaten und Künstliche Intelligenz
Gesundheitsdaten werden im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz und Genforschung immer wertvoller. Gleichzeitig entstehen Risiken, wenn Daten ohne ausreichende Kontrolle genutzt werden. Afrika braucht deshalb eigene Infrastrukturen, klare Regeln für die Datennutzung und eine faire Beteiligung an den Ergebnissen, die daraus entstehen.
Langfristig und verlässlich finanzieren
Nachhaltige Gesundheitsversorgung braucht langfristige und verlässliche Finanzierung. Kurzfristige Projektförderungen reichen nicht aus, um dauerhafte Strukturen aufzubauen. Afrikanische Regierungen erhöhen bereits ihre Gesundheitsausgaben und schaffen neue Möglichkeiten für Investitionen. Europa sollte seine Finanzierungsangebote besser abstimmen und stärker vor Ort ausrichten.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Die Gesundheitssicherheit Afrikas ist Teil der globalen Gesundheitssicherheit. Für Europa geht es dabei nicht nur um Entwicklung, sondern auch um Wirtschaft, politische Stabilität und Sicherheit. Ein stärkeres Gesundheitssystem in Afrika stärkt auch Europa. Deshalb müssen beide Kontinente gemeinsam handeln, als gleichberechtigte Partner.
Contact Persons
Stephanie Igunbor, s.igunbor@globalperspectives.org
Publikation
Unsere Publikationen sollen zum Hinterfragen und Mitdiskutieren anregen. Sie sind Ergebnis einer tiefen Auseinandersetzung mit den Schwerpunktthemen unserer Arbeit und ermöglichen einen faktenbasierten Dialog.
Programmarchiv
Gemeinsam mit ONE diskutierten wir im Bundestag, wie Deutschland Verteidigung, Diplomatie und Entwicklung als gleichwertige Säulen in der Außen- und Sicherheitspolitik stärken kann.
Die Folgen des Klimawandels sind weltweit spürbar. Gleichzeitig gibt es Anlass zur Hoffnung: Gemeinsam mit Dr. Ani Dasgupta haben wir erörtert, warum wir mehr Optimismus in der Klimakrise brauchen.
Politikwissenschaftler Daniel Marwecki über neue Machtzentren, Chinas Position und den notwendigen Zweckoptimismus in Deutschland.
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Afrika hat das Potenzial zum zentralen Innovations- und KI-Standort. Beim AI Business Day von TEDxBerlin stellten wir afrikanische KI-Entwicklungen in Big Tech, Forschung und Innovation vor.
Klimapolitik ist Sicherheitspolitik. Wir diskutierten, wie Europa zusammen mit Ländern des Globalen Südens konkrete und für beide Seiten vorteilhafte Maßnahmen umsetzen kann.
Beim Auftakt der Allianz für integrierte Sicherheit wurden aktuelle geopolitische Herausforderungen diskutiert und Kooperationsmöglichkeiten zwischen Deutschland und dem Globalen Süden aufgezeigt.
Zunehmende globale Konflikte und Unsicherheit führen dazu, dass Europa und Deutschland mehr Eigenverantwortung übernehmen und Sicherheit umfassender denken müssen.
Annegret Kramp-Karrenbauer über Selbst- und Fremdbild, über eine Welt im Umbruch – und darüber, was es kostet, Prinzipien zu halten, aber nicht zu handeln.









