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Publikation

Reproductive Health at a Turning Point

Perspectives on Innovation, Financing, and Partnerships in a Changing World

Reproductive Health at a Turning Point

Perspectives on Innovation, Financing, and Partnerships in a Changing World

Die aktuelle Lage hat auch Türen für neue Akteure geöffnet. Länder wie die BRICS treten stärker in den Vordergrund.
Prof. Awa Marie Coll-Seck
Vorsitzende, Galien Africa & ehemalige Gesundheitsministerin des Senegal
Es gibt keine Gesundheitssicherheit ohne Gesundheitssouveränität.
Dr. Landry Dongmo Tsague
Direktor des Zentrums für primäre Gesundheitsversorgung, Africa CDC
Es ist, wenn man so will, ein Zusammenkommen mehrerer Krisen. Und Frauen […] stehen im Auge des Sturms.
Ann Keeling
Ehemalige Senior Fellow, Women in Global Health
Die Alarmglocken läuten schon. Doch wir haben es uns noch zu bequem gemacht. Es ist höchste Zeit, aufzuwachen und die nötigen Reformen umzusetzen.
Dr. Githinji Gitahi
Konzernleiter, Amref Health Africa
Entscheidend ist doch: Wo setzen wir Ressourcen und Finanzmittel so ein, dass sie sofort wirken und zugleich langfristige Veränderungen anstoßen?
Rosebell Kagumire
Herausgeberin, AfricanFeminism.com & Mitgründerin, AfIP Collective
Technik kann Impulse setzen, doch wirklich etwas bewegen wir nur, wenn wir Systeme und Finanzierung verändern.
Dr. Alaa Murabit
Ärztin & Expertin für globale Gesundheit, Sicherheit und Entwicklung
Die Lücke von 79 Milliarden US-Dollar zeigt: Wir müssen unsere Mittel für reproduktive Gesundheit bis 2030 effizienter einsetzen.
Zubaida Bai
Leitende Beraterin und Vorstandsmitglied, ehemalige Präsidentin & CEO, Grameen Foundation
Die lokale Herstellung kann Afrikas zweite Unabhängigkeit sein.
Dr. Jean Kaseya
Generaldirektor, Africa CDC
Alle verfolgen ihre eigenen Ziele, und das führt zu Überschneidungen zwischen den Ländern. [...] Wir brauchen einen Weg, diese Arbeit zu bündeln.
Dr. Borna Nyaoke-Anoke
Leiterin des globalen Mycetom-Programms, DNDi – Regionalbüro Afrika
Künstliche Intelligenz kann die Versorgung erweitern und lebensrettende Informationen liefern, wenn kein medizinisches Personal vor Ort ist.
Yvonne Baldwin Mushi
CEO & Mitgründerin, Ele-vate AI Africa
Wir sind an einem Punkt, an dem uns allen bewusst ist, dass wir einen Kurswechsel brauchen.
Dr. Adaeze Oreh
Gesundheitskommissarin, Gesundheitsministerium des Bundesstaates Rivers, Port Harcourt, Nigeria
Private Ressourcen können das öffentliche Gesundheitssystem wirksam unterstützen, wenn sie mit den nationalen Zielen abgestimmt sind.
Dr. Roopa Dhatt
Em. Geschäftsführerin und Mitbegründerin, Women in Global Health & Assistenzprofessorin, Stanford

Reproductive Health at a Turning Point

3. März 2026

Berlin

Als die USA im Juli 2025 abrupt die finanziellen Mittel für reproduktive Gesundheit kürzten, entstanden in vielen Ländern des Globalen Südens unmittelbare Lücken in der Gesundheitsversorgung. Unsere Publikation analysiert die konkreten Folgen dieser Kürzungen und zeigt zugleich Lösungswege auf. Sie beleuchtet nachhaltige Finanzierungsmodelle, resiliente Versorgungsansätze und formuliert Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträger:innen und Investor:innen.

Dabei basieren alle Erkenntnisse auf Interviews, mit 19 Führungskräften und Praktiker:innen aus verschiedenen Ländern des afrikanischen Kontinents. Im Zentrum stand eine entscheidende Frage: Welche konkrete Rolle kann Europa – und insbesondere Deutschland – nun übernehmen?

Über alle Gespräche hinweg zeigte sich eine klare Botschaft: Es geht nicht um marginale Anpassungen. Stattdessen erfordert dieser Wendepunkt ein Umdenken in der Gestaltung von Partnerschaften, in der Verteilung von Risiko und im Aufbau von langfristiger Resilienz.

Handlungsempfehlungen

  • Brüche im bestehenden System erkennen

    Die Entwicklungen 2025 haben die Schwächen des bestehenden Modell offengelegt. Die Kürzungen von USAID und der Rückgang von Official Development Assistance (ODA), machten deutlich, wie fragil Gesundheitssysteme sind, wenn sie von wenigen bilateralen Gebern abhängen.

  • Inländische Mittel ausbauen

    Afrikanische Staaten bauen Budgets, Versicherungen und öffentliche Finanzsysteme aus. Das reicht aber nicht, um die entstandene Finanzierungslücke zu schließen. Zusätzliche Investitionen sind nötig, um die wachsende Nachfrage zu decken.

  • Innovation in Systeme einbinden

    Innovation wirkt, wenn sie zu den realen Bedingungen passt. Digitale Tools, klinische Forschung und neue Lieferansätze funktionieren am besten, wenn sie in nationale Systeme eingebunden sind, statt als isolierte Pilotprojekte umgesetzt zu werden.

  • Gemeinschaftliche Netzwerke stärken

    Frauengruppen, Jugendvereine und Community Health Worker schaffen Vertrauen, verbessern Nachverfolgung und erweitern die Versorgung in Gebieten, in denen die formellen Systeme noch nicht ausgebaut sind.

  • Private Partner einbinden

    Private Unternehmen bringen Logistik, Technologie, Investitionen und Lieferkapazitäten ein. Sie ergänzen öffentliche Systeme am besten, wenn sie mit nationalen Prioritäten und Zielen der Gerechtigkeit abgestimmt sind.

  • Afrikanische Kapazitäten ausbauen

    Regionale Produktion und stabile Lieferketten sind strategisch wichtig. Mehr Kapazitäten für Verhütungsmittel, Medikamente und Gesundheitstechnologien reduzieren Abhängigkeit und schaffen wirtschaftliche Chancen.

  • Blended Finance einsetzen

    Blended Finance hilft, private Investitionen in großem Maßstab zu mobilisieren. Risikoteilung, Garantien und koordinierte Investitionsplattformen fördern private Investitionen in reproduktive Gesundheitsversorgung.

  • Strategische Co-Investments führen

    Deutschland und die EU können mit strategischen Co-Investments vorangehen. Sie bringen Stärken in Governance, Regulierung, Datensystemen, Produktionspartnerschaften und Blended Finance ein. Ihr wichtigster Beitrag ist langfristiges, planbares Engagement.

  • Afrikanische Führung ausbauen

    Der Fortschritt hängt von afrikanischer Führung ab, unterstützt durch Co-Investments von Deutschland, der EU und privaten Akteuren. Die Staaten setzen Prioritäten und lenken Investitionen dorthin, wo sie nachhaltig wirken. Planbare mehrjährige Mittel und abgestimmte Partnerschaften stärken die Resilienz.

  • Neue Architektur gestalten

    Dieser Moment ist kein Stillstand, sondern kann ein Wendepunkt sein. Afrikanische Führung, diversifizierte Finanzierung und Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Deutschland, der EU und dem Privatsektor prägen eine neue Architektur.

Interviewpartner

Contact Persons

Sabrina Rupprecht, s.rupprecht@globalperspectives.org

Supported by

Gates Foundation

Publikation

Unsere kollaborativen Publikationen sollen zum Hinterfragen und Mitdiskutieren anregen. Sie sind Ergebnis einer tiefen Auseinandersetzung mit den Schwerpunktthemen unserer Arbeit und ermöglichen einen faktenbasierten Dialog.

Programmarchiv

Publikation
The Africa Roundtable N°9
Handlungsempfehlungen

Von Entwicklungshilfe zu gleichberechtigter Partnerschaft im afrikanischen Rohstoffsektor. Ergebnisse der Konferenz The Africa Roundtable N°9.

Konferenz
The Africa Roundtable N°9
New Models for Africa-Europe Critical Mineral Partnerships

Bei der neunten Ausgabe des The Africa Roundtable diskutierten wir, wie Europa und Afrika Partnerschaften gestalten können, die den Rohstoffreichtum Afrikas in lokale Wertschöpfung übersetzen.

Publikation
Towards Value Addition for Africa’s Critical Minerals
Key Issues for Policymakers

Das African Center for Economic Transformation untersucht, wie Afrika die lokale Wertschöpfung seiner Rohstoffe steigern kann.

Circle
Rethinking Development Policy
Strategies for a Changing World

Mit Staatssekretär Niels Annen haben wir diskutiert, wie Entwicklungspolitik als Teil einer vernetzten Außen-, Sicherheits- und Wirtschaftspolitik gedacht werden kann.

Circle
Impact of Global Trade Relations on International Development

US-Zolländerungen verursachen neue Unsicherheiten im Welthandel. Gemeinsam mit ONE und Pinelopi K. Goldberg haben wir diskutiert, wie sich internationale Entwicklungspolitik neu aufstellen muss.

Salon
Driving Growth: Local Value Chains & Global Trade
Berlin Global Dialogue

Lokale Wertschöpfungsketten, faire Handelsabkommen und die Mobilisierung privaten Kapitals werden entscheidend, um resiliente Wirtschaftsbeziehungen aufzubauen, von denen alle Seiten profitieren.

Digital Salon
Global Perspectives on: Green Finance
What's missing in Green Finance?

James Irungu Mwangi diskutierte mit uns, wie sich Klimaschutz und Investitionen in Afrika beschleunigen lassen und brachte seine Perspektive aus der Praxis ein.

Circle
Connecting Global Talent
Building Ecosystems for Labor Migration

Deutschland ist ein Einwanderungsland. In der Vertiefung der Handlungsempfehlungen unserer Kommission haben wir diskutiert, wie Arbeitsmigration besser gesteuert und kommuniziert werden kann.

Publikation
Arbeitsmigration in Deutschland
Perspektiven und Erfahrungsberichte vom afrikanischen Kontinent

Außen- und Innenpolitik sind untrennbar miteinander verbunden. Besonders deutlich wird dies in der Arbeitsmigration: Das Papier fasst Erfahrungsberichte vom afrikanischen Kontinenten zusammen.

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