Publikation
Reproductive Health at a Turning Point
Perspectives on Innovation, Financing, and Partnerships in a Changing World

Reproductive Health at a Turning Point
Perspectives on Innovation, Financing, and Partnerships in a Changing World












Publikation: Reproductive Health at a Turning Point
3. März 2026
Berlin
Als die USA im Juli 2025 abrupt die finanziellen Mittel für reproduktive Gesundheit kürzten, entstanden in vielen Ländern des Globalen Südens unmittelbare Lücken in der Gesundheitsversorgung. Unsere Publikation analysiert die konkreten Folgen dieser Kürzungen und zeigt zugleich Lösungswege auf. Sie beleuchtet nachhaltige Finanzierungsmodelle, resiliente Versorgungsansätze und formuliert Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträger:innen und Investor:innen.
Dabei basieren alle Erkenntnisse auf Interviews, mit 19 Führungskräften und Praktiker:innen aus verschiedenen Ländern des afrikanischen Kontinents. Im Zentrum stand eine entscheidende Frage: Welche konkrete Rolle kann Europa – und insbesondere Deutschland – nun übernehmen?
Über alle Gespräche hinweg zeigte sich eine klare Botschaft: Es geht nicht um marginale Anpassungen. Stattdessen erfordert dieser Wendepunkt ein Umdenken in der Gestaltung von Partnerschaften, in der Verteilung von Risiko und im Aufbau von langfristiger Resilienz.
Handlungsempfehlungen
Brüche im bestehenden System erkennen
Die Entwicklungen 2025 haben die Schwächen des bestehenden Modell offengelegt. Die Kürzungen von USAID und der Rückgang von Official Development Assistance (ODA), machten deutlich, wie fragil Gesundheitssysteme sind, wenn sie von wenigen bilateralen Gebern abhängen.
Inländische Mittel ausbauen
Afrikanische Staaten bauen Budgets, Versicherungen und öffentliche Finanzsysteme aus. Das reicht aber nicht, um die entstandene Finanzierungslücke zu schließen. Zusätzliche Investitionen sind nötig, um die wachsende Nachfrage zu decken.
Innovation in Systeme einbinden
Innovation wirkt, wenn sie zu den realen Bedingungen passt. Digitale Tools, klinische Forschung und neue Lieferansätze funktionieren am besten, wenn sie in nationale Systeme eingebunden sind, statt als isolierte Pilotprojekte umgesetzt zu werden.
Gemeinschaftliche Netzwerke stärken
Frauengruppen, Jugendvereine und Community Health Worker schaffen Vertrauen, verbessern Nachverfolgung und erweitern die Versorgung in Gebieten, in denen die formellen Systeme noch nicht ausgebaut sind.
Private Partner einbinden
Private Unternehmen bringen Logistik, Technologie, Investitionen und Lieferkapazitäten ein. Sie ergänzen öffentliche Systeme am besten, wenn sie mit nationalen Prioritäten und Zielen der Gerechtigkeit abgestimmt sind.
Afrikanische Kapazitäten ausbauen
Regionale Produktion und stabile Lieferketten sind strategisch wichtig. Mehr Kapazitäten für Verhütungsmittel, Medikamente und Gesundheitstechnologien reduzieren Abhängigkeit und schaffen wirtschaftliche Chancen.
Blended Finance einsetzen
Blended Finance hilft, private Investitionen in großem Maßstab zu mobilisieren. Risikoteilung, Garantien und koordinierte Investitionsplattformen fördern private Investitionen in reproduktive Gesundheitsversorgung.
Strategische Co-Investments führen
Deutschland und die EU können mit strategischen Co-Investments vorangehen. Sie bringen Stärken in Governance, Regulierung, Datensystemen, Produktionspartnerschaften und Blended Finance ein. Ihr wichtigster Beitrag ist langfristiges, planbares Engagement.
Afrikanische Führung ausbauen
Der Fortschritt hängt von afrikanischer Führung ab, unterstützt durch Co-Investments von Deutschland, der EU und privaten Akteuren. Die Staaten setzen Prioritäten und lenken Investitionen dorthin, wo sie nachhaltig wirken. Planbare mehrjährige Mittel und abgestimmte Partnerschaften stärken die Resilienz.
Neue Architektur gestalten
Dieser Moment ist kein Stillstand, sondern kann ein Wendepunkt sein. Afrikanische Führung, diversifizierte Finanzierung und Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Deutschland, der EU und dem Privatsektor prägen eine neue Architektur.
Contact Persons
Sabrina Rupprecht, s.rupprecht@globalperspectives.org
Supported by
Publikation
Unsere kollaborativen Publikationen sollen zum Hinterfragen und Mitdiskutieren anregen. Sie sind Ergebnis einer tiefen Auseinandersetzung mit den Schwerpunktthemen unserer Arbeit und ermöglichen einen faktenbasierten Dialog.
Programmarchiv
Von Entwicklungshilfe zu gleichberechtigter Partnerschaft im afrikanischen Rohstoffsektor. Ergebnisse der Konferenz The Africa Roundtable N°9.
Bei der neunten Ausgabe des The Africa Roundtable diskutierten wir, wie Europa und Afrika Partnerschaften gestalten können, die den Rohstoffreichtum Afrikas in lokale Wertschöpfung übersetzen.
Das African Center for Economic Transformation untersucht, wie Afrika die lokale Wertschöpfung seiner Rohstoffe steigern kann.
Mit Staatssekretär Niels Annen haben wir diskutiert, wie Entwicklungspolitik als Teil einer vernetzten Außen-, Sicherheits- und Wirtschaftspolitik gedacht werden kann.
US-Zolländerungen verursachen neue Unsicherheiten im Welthandel. Gemeinsam mit ONE und Pinelopi K. Goldberg haben wir diskutiert, wie sich internationale Entwicklungspolitik neu aufstellen muss.
Lokale Wertschöpfungsketten, faire Handelsabkommen und die Mobilisierung privaten Kapitals werden entscheidend, um resiliente Wirtschaftsbeziehungen aufzubauen, von denen alle Seiten profitieren.
James Irungu Mwangi diskutierte mit uns, wie sich Klimaschutz und Investitionen in Afrika beschleunigen lassen und brachte seine Perspektive aus der Praxis ein.
Deutschland ist ein Einwanderungsland. In der Vertiefung der Handlungsempfehlungen unserer Kommission haben wir diskutiert, wie Arbeitsmigration besser gesteuert und kommuniziert werden kann.
Außen- und Innenpolitik sind untrennbar miteinander verbunden. Besonders deutlich wird dies in der Arbeitsmigration: Das Papier fasst Erfahrungsberichte vom afrikanischen Kontinenten zusammen.









